Was auf den Etiketten steht, kurz erklärt. Und zu jedem Begriff die Flaschen, auf die er zutrifft.
Dazu gibt es hier noch keinen Eintrag. Fragen Sie uns, wir erklären es Ihnen gern.
Abgabe ab 18 Jahren
Etikett
Spirituosen werden in Österreich erst an Personen ab 18 Jahren abgegeben. Das gilt unabhängig davon, wer bezahlt und wer abholt.
Bei uns heißt das ganz praktisch: bitte bei der Abholung einen Ausweis bereithalten. Das ist keine Schikane, sondern die einzige Möglichkeit, die Regel einzuhalten, ohne zu raten.
Abgang
Verkosten
Was nach dem Schlucken bleibt, in Länge und Art. Ein langer Abgang gilt als Gütezeichen, ein kurzer nicht zwingend als Mangel: bei einem Rum für den Cocktail ist er sogar erwünscht.
Interessanter als die Dauer ist die Richtung. Wird es trockener, bitterer, süßer? Kippt es ins Scharfe? Genau dort trennen sich gute und sehr gute Abfüllungen.
Im Sortiment: Single Barrel, Kong Haakon, Ambre d'Or, Christmas Rum, Signature, Founders Reserve und 10 weitere
Agave
Weitere SpirituosenHerstellung
Kein Kaktus, sondern ein Spargelgewächs. Für Tequila zählt allein die Blaue Weber-Agave, die sechs bis acht Jahre braucht, bis ihr Herz reif ist.
Geerntet wird eben dieses Herz, die Piña, ein bis zu achtzig Kilo schwerer Kolben. Er wird gegart, damit aus den unvergärbaren Zuckern vergärbare werden, dann gepresst und vergoren. Die Pflanze stirbt dabei, es gibt keine zweite Ernte. Das erklärt einen guten Teil des Preises.
Im Sortiment: Padre Blanco, Padre Reposado, Padre Anejo
Altersangabe
EtikettFass
Steht eine Jahreszahl auf der Flasche, bezieht sie sich auf den jüngsten Bestandteil der Abfüllung. Ein Zwölfjähriger darf also auch deutlich älteren Rum enthalten, aber keinen jüngeren.
Die große Ausnahme ist das Solera-Verfahren, dort nennt die Zahl umgekehrt den ältesten Anteil. Deshalb sind zwei Zahlen auf zwei Flaschen nicht ohne Weiteres vergleichbar, solange man das Verfahren nicht kennt.
Ausführlich: Einteilung und Alter
Amaro und Kräuterbitter
Weitere Spirituosen
Amaro heißt schlicht bitter. Gemeint ist ein Kräuterlikör italienischer Tradition, meist auf Basis von Wurzeln, Rinden und Kräutern, gesüßt und bitter zugleich.
Die deutschsprachige Entsprechung ist der Kräuterbitter, oft trockener und medizinischer im Ton. Beide werden nach dem Essen getrunken, bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt, in kleinen Mengen. Auf Eis verlieren sie einen Teil ihrer Kräuternoten.
Im Sortiment: Amaro del Nonno
Amerikanische Weißeiche
RumFass
Quercus alba, das mit Abstand häufigste Holz in der Spirituosenreifung. Ihre engen Poren geben langsam ab, das Holz bringt Vanille, Kokos und helles Karamell mit.
Zum Rum kommt sie fast immer als gebrauchtes Bourbonfass. Wer den typischen Karibikrum im Kopf hat, hat in Wahrheit oft dieses Holz im Kopf.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Cubay 14, Millonario, Plantation
Angel’s Share
RumFassHerstellung
Der Anteil, der während der Fassreifung durch das Holz verdunstet, wörtlich der Anteil der Engel. In kühlen Klimazonen sind es etwa zwei Prozent im Jahr, in den Tropen ein Vielfaches davon.
Das erklärt, warum alte tropische Rums teuer sind: von hundert Litern bleiben nach fünfzehn Jahren unter Umständen nur noch dreißig übrig. Es erklärt auch, warum ein zehn Jahre alter Rum aus der Karibik reifer schmecken kann als ein gleich alter aus Europa.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Demon's Share 3Y, Demon's Share, Demon's Share, Demon's Share, Demon's Share
AOC Martinique
RumEtikett
Die geschützte Ursprungsbezeichnung für Rhum Agricole von Martinique, seit 1996 in Kraft. Sie ist die einzige Herkunftsregelung dieser Art in der Rumwelt.
Geregelt sind unter anderem die zugelassenen Zuckerrohrsorten, der Anbau ohne künstliche Bewässerung, die Gärdauer, die Bauart der Brennsäule und die Mindestreifung je Stufe. Das ist der Grund, warum bei Martinique-Rum eine Altersangabe mehr bedeutet als anderswo.
Ausführlich: Einteilung und Alter
Blanco, Reposado und Añejo
Weitere SpirituosenEtikett
Die Reifestufen beim Tequila. Anders als die Buchstabenkürzel beim Rum sind sie klar geregelt: Blanco ist ungereift oder nur wenige Wochen im Fass, Reposado ruht einige Monate, Añejo mindestens ein Jahr, Extra Añejo mindestens drei.
Mit der Reifung verschiebt sich der Charakter von pfeffrig und pflanzlich hin zu weich, vanillig und rund. Beides ist gewollt. Wer Tequila im Cocktail einsetzt, nimmt einen Blanco, weil ein Añejo dort seine Fassnoten verschenkt.
Die Bezeichnungen kennen Sie vom Rum, dort sind sie aber nicht geregelt. Auf einer Tequilaflasche können Sie sich darauf verlassen, auf einer Rumflasche nicht.
Im Sortiment: Padre Blanco, Padre Reposado, Padre Anejo
Blend
RumHerstellung
Die Zusammenstellung mehrerer Rums unterschiedlichen Alters, Fasses und Charakters zu einem Ganzen. Der weitaus größte Teil aller Rums im Handel ist geblendet.
Blenden ist kein Strecken, sondern Handwerk. Die eigentliche Leistung besteht darin, dass eine Flasche in fünf Jahren noch so schmeckt wie heute, obwohl kein Fass dem anderen gleicht. Das Gegenstück ist die Abfüllung aus einem einzigen Fass, siehe Single Barrel.
Ausführlich: Blenden und Solera
Im Sortiment: Al Capone, Port Cask, Christmas Rum, Adventkalender, Signature, Founders Reserve und 13 weitere
Botanicals
GinHerstellung
Die pflanzlichen Zutaten, die einem Gin seinen Geschmack geben. Wacholder muss dabei sein und prägend bleiben, alles andere ist Handschrift des Brenners: Koriander, Angelikawurzel, Zitrusschalen, Kardamom, Blüten, Kräuter.
Die Zahl der Botanicals sagt nichts über die Güte. Ein Gin mit acht sorgfältig aufeinander abgestimmten Zutaten ist einem mit vierzig oft überlegen, weil sich zu viele Aromen gegenseitig zudecken. Interessanter als die Anzahl ist, welche Zutaten man tatsächlich herausschmeckt.
Ausführlich: Botanicals
Im Sortiment: Bobby's Gin, Bobby's Gin, Bobby's Gin, Drunken Horse Gin, Drunken Horse, East London Gin und 4 weitere
Bourbon Cask
RumFass
Ein Fass, in dem zuvor Bourbon lag. In den Vereinigten Staaten darf Bourbon nur in neuen, ausgebrannten Eichenfässern reifen, jedes Fass also nur ein einziges Mal. Der Rest der Spirituosenwelt lebt seit Jahrzehnten von diesen gebrauchten Fässern.
Sie bringen amerikanische Weißeiche mit: Vanille, Kokos, helles Karamell. Das ist das Grundgerüst der meisten gereiften Rums, so sehr, dass man es kaum noch als Fassnote wahrnimmt.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Al Capone, Danish Navy, Danish Navy Strength, Non+Ultra, Non+Ultra Black, Nativo 15 und 15 weitere
Column Still
RumHerstellung
Eine Brennsäule, die ununterbrochen arbeitet. Sie trennt sehr genau und liefert ein hochprozentiges, sauberes Destillat mit wenig Begleitstoffen.
Das ist der Grund, warum die meisten leichten, zugänglichen Rums so schmecken, wie sie schmecken. Viele Häuser verschneiden bewusst beides: Säule für die Klarheit, Brennblase für den Körper. Auch Kolonnenbrennerei oder Coffey Still genannt.
Ausführlich: Herstellung
Im Sortiment: Non+Ultra, Non+Ultra Black, Nativo Overproof, Conde de Cuba, Diplomatico, Millonario
Copa
GinVerkosten
Das bauchige Stielglas, das in Spanien zum Gin Tonic gehört. Auch Ballonglas genannt.
Der Stiel ist der eigentliche Punkt: die Hand wärmt den Drink nicht. Dazu passt viel Eis hinein, und die Wölbung hält die Aromen der Botanicals länger im Glas als ein gerades. Für Rum pur ist es zu groß, dort ist die Tulpe besser.
Ausführlich: Trinken
Im Sortiment: Silent Pool 6er
Cremelikör
Weitere SpirituosenVerkosten
Likör mit Sahne oder Milch, meist zwischen 15 und 20 Prozent. Weil Milch darin ist, gelten andere Regeln als sonst im Regal.
Ungeöffnet hält er begrenzt und trägt deshalb ein Mindesthaltbarkeitsdatum, angebrochen gehört er kühl und sollte zügig getrunken werden. Nicht mit Zitrone oder anderen Säuren mischen, das lässt ihn ausflocken. Fachlich zählt er nicht zum Rum, auch wenn Rum darin steckt: dafür fehlt ihm der Alkoholgehalt.
Im Sortiment: Caramel Cream, Bumbu Cream, Avocado Cream
Destillation
Herstellung
Die Trennung nach Siedepunkt. Alkohol verdampft früher als Wasser, der Dampf wird aufgefangen und wieder verflüssigt, das Ergebnis ist hochprozentiger als der Ausgangsstoff.
Getrennt wird dabei nicht nur Alkohol von Wasser, sondern auch aromatisch von unangenehm. Wie scharf diese Trennung ausfällt, hängt an der Bauart: Brennblase oder Brennsäule, ein Durchgang oder mehrere.
Ausführlich: Herstellung
Im Sortiment: Silent Pool Rose, Padre Blanco, Crystal Head Aurora
Distilled Gin
GinEtikett
Die mittlere der drei geregelten Ginstufen. Die Botanicals werden hier mitdestilliert und nicht bloß zugesetzt, danach darf aber noch nachgewürzt werden.
Damit steht Distilled Gin zwischen dem einfachen Gin, bei dem die Aromen auch rein nachträglich hinzukommen dürfen, und dem London Dry, bei dem nach dem Brennen nichts mehr dazukommt außer Wasser. Wer die drei Stufen kennt, liest ein Etikett anders.
Ausführlich: Die Kategorien
Dunder
RumHerstellung
Der Rückstand, der nach dem Brennen in der Blase bleibt. In Jamaika wird er nicht weggeschüttet, sondern der nächsten Gärung wieder zugesetzt.
Das klingt nach Sparsamkeit, ist aber Absicht: der Rückstand bringt Säuren und Bakterien mit, aus denen während der Gärung die Fruchtaromen entstehen, für die jamaikanischer Rum bekannt ist. Manche Häuser pflegen dafür eigene Gruben über Jahrzehnte.
Ausführlich: Herstellung
Ester
RumHerstellung
Chemische Verbindungen, die während der Gärung aus Säuren und Alkohol entstehen. Sie tragen die fruchtigen Noten: Banane, Ananas, Birne, in hoher Konzentration auch Lack und Klebstoff.
Je länger und wilder ein Rum gärt, desto mehr Ester bildet er. Jamaikanische Brennereien treiben das bewusst auf die Spitze, ihre High-Ester-Rums sind so aromatisch, dass sie oft nur in kleinen Anteilen verschnitten werden. Wer einen solchen Rum zum ersten Mal riecht, hält ihn für verdorben. Er ist es nicht.
Ausführlich: Herstellung
Fassgrößen
RumFass
Ein Bourbonfass fasst rund 200 Liter, ein Hogshead rund 250, ein Sherry Butt rund 500, ein Barrique aus dem Weinbau rund 225.
Die Größe entscheidet über das Verhältnis von Holzfläche zu Flüssigkeit. Ein kleines Fass reift schneller, weil anteilig mehr Holz im Spiel ist, kann aber auch schneller überwürzen. Ein großes reift langsam und gleichmäßig. Beides ist eine Wahl, keine Rangfolge.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Padre Reposado, Padre Anejo
Fassstärke
RumEtikett
Abgefüllt, wie der Rum das Fass verlässt, ohne Verdünnung auf Trinkstärke. Das sind je nach Reifung und Lagerort meist 50 bis 65 Prozent statt der üblichen 40.
Fassstärke ist keine Qualitätsstufe, sondern eine Entscheidung: mehr Aroma je Schluck, dafür weniger Schlucke. Wer will, verdünnt selbst am Glas und findet so den Punkt, an dem sich der Rum öffnet. Auf englischen Etiketten steht Cask Strength.
Fermentation
Herstellung
Die Gärung: Hefe wandelt Zucker in Alkohol und Kohlendioxid um. Beim Rum dauert das je nach Haus zwischen einem Tag und mehreren Wochen.
Die Dauer ist eine der wichtigsten Stellschrauben überhaupt. Kurze Gärung ergibt ein sauberes, schlankes Destillat, lange Gärung bildet Ester und damit die fruchtigen, wilden Noten. Wer wissen will, warum zwei Rums aus derselben Melasse so verschieden schmecken, findet die Antwort meist hier und nicht im Fass.
Ausführlich: Herstellung
Finish
RumFass
Eine zweite, kürzere Reifung in einem anderen Fass, meist einige Monate bis zwei Jahre. Nach der Hauptreifung im Bourbonfass geht es dann etwa in ein Sherry-, Portwein- oder Cognacfass.
Ein Finish legt eine Schicht auf den fertigen Rum, es baut ihn nicht neu. Zu lange oder zu dominant, und das Fass überdeckt genau das, wofür die ersten Jahre gedacht waren. Achtung: dasselbe Wort bezeichnet in Verkostungsnotizen auch den Abgang.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Al Capone, Ambre d'Or, Christmas Rum, Bumbu XO, Santos Gewürztraminer
Füllmengen
Etikett
Rum kommt meist in 0,7 Litern, Gin oft in 0,5, Proben und Miniaturen in 0,2 oder weniger. Das hat historische und steuerliche Gründe und sagt nichts über die Qualität.
Beim Vergleichen ist es trotzdem die häufigste Falle: eine kleinere Flasche wirkt billiger, ist je Liter aber oft teurer. Dafür steht der Grundpreis darunter.
Genever
GinWeitere SpirituosenEtikett
Der Vorfahr des Gin und eine eigene geschützte Kategorie, zu Hause in den Niederlanden, in Belgien und angrenzenden Gebieten. Auch Jenever geschrieben.
Der Unterschied liegt in der Grundlage: Genever enthält Malzwein, ein Destillat aus vergorenem Getreide, das keineswegs neutral schmeckt. Er ist deshalb malzig, weich und näher am Whisky als am Gin. Wer ihn wie Gin behandelt und mit Tonic auffüllt, wird selten glücklich.
Ausführlich: Die Kategorien
Im Sortiment: Bobby's Gin, Bobby's Gin, Bobby's Gin
Geografische Angabe
Etikett
Manche Spirituosen sind an ihre Herkunft gebunden und dürfen nur so heißen, wenn sie von dort kommen und die dortigen Regeln einhalten. Bekannte Beispiele sind Tequila, Mezcal, Cognac und der Rhum von Martinique.
Auch Österreich ist vertreten: der Inländerrum ist eine solche geschützte Angabe. Wo keine Herkunftsregelung existiert, und das ist bei Rum die Regel, sagt die Landesangabe auf dem Etikett wenig darüber aus, wo tatsächlich gebrannt wurde.
Grundpreis je Liter
Etikett
Die Angabe, was ein Liter kosten würde, unabhängig von der Flaschengröße. Sie ist in Österreich vorgeschrieben und steht bei uns unter jedem Preis.
Ihr Zweck ist die Vergleichbarkeit. Eine 0,5-Liter-Flasche für 45 Euro und eine 0,7-Liter-Flasche für 59 Euro lassen sich im Kopf schlecht gegeneinander stellen, über den Literpreis sofort. Wir berechnen ihn bei jedem Bau neu aus Preis und Füllmenge, damit er nie von Hand gepflegt werden muss und nie veraltet.
Highball
Verkosten
Ein hohes Glas, eine Spirituose, ein Filler, viel Eis. Der Gin Tonic ist der bekannteste Vertreter, mit Rum und Ginger Beer oder Soda funktioniert das Prinzip genauso.
Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: genug Eis, damit nichts warm wird, und ein Filler, der zum Getränk passt statt es zuzudecken. Ein guter Rum im Highball ist keine Verschwendung, sondern für viele der angenehmere Einstieg als das pure Glas.
Ausführlich: Trinken
Hors d’âge
RumEtikett
Wörtlich jenseits des Alters. Gemeint ist ein Rum, dessen Bestandteile so alt oder so unterschiedlich sind, dass der Hersteller keine Jahreszahl angibt.
Bei den Rhums Agricole mit geschützter Herkunftsbezeichnung steht der Begriff für eine geregelte Mindestreifung. Außerhalb davon ist er, wie XO, eine freie Angabe. Ein hors d’âge ohne weitere Erläuterung sagt vor allem: hier ist etwas Älteres drin, wie viel, bleibt offen.
Ausführlich: Einteilung und Alter
Im Sortiment: Santos Heritage
Kaltfiltration
HerstellungEtikett
Die Spirituose wird stark gekühlt und dann gefiltert. Dabei fallen Stoffe aus, die sonst im kalten Glas eine harmlose Trübung erzeugen würden.
Der Preis dafür: mit der Trübung verschwindet ein Teil der Aromastoffe. Deshalb weisen Hersteller auf hochwertigen Abfüllungen gern darauf hin, dass nicht kaltfiltriert wurde. Wer eine solche Flasche im Kühlschrank lagert und sie trüb wird, hat keinen Fehler im Glas, sondern das Gegenteil.
Kongenere
HerstellungVerkosten
Der Sammelbegriff für alles, was neben Alkohol und Wasser im Destillat steckt: Ester, höhere Alkohole, Säuren, Aldehyde. Auf Deutsch schlicht Begleitstoffe.
Sie sind der Geschmack. Ein völlig kongenerenfreies Destillat wäre reiner Alkohol und schmeckte nach nichts. Dunkle, lange gereifte Spirituosen enthalten deutlich mehr davon als klare, was nebenbei erklärt, warum sie erfahrungsgemäß schwerer im Kopf liegen.
Kupferbrennblase
Herstellung
Brennblasen sind fast immer aus Kupfer, und das hat einen Grund jenseits der Optik: Kupfer bindet Schwefelverbindungen, die sonst als kohlartige Fehlnote im Destillat landen.
Form und Höhe der Blase wirken ebenfalls mit. Eine hohe, schlanke Blase lässt nur die leichten Anteile oben ankommen und ergibt ein feineres Destillat, eine gedrungene ein schwereres. Deshalb behalten Brennereien die Form ihrer Blasen über Generationen bei, Beulen inbegriffen.
Ausführlich: Herstellung
Lagerung
Verkosten
Spirituosen reifen in der Flasche nicht weiter. Eine ungeöffnete Flasche hält praktisch unbegrenzt, wenn sie richtig steht.
Richtig heißt: stehend, nicht liegend. Hochprozentiger Alkohol greift den Korken an, und ein zerbröselter Korken ruiniert die Flasche zuverlässiger als jedes Alter. Dazu dunkel und kühl, aber nicht im Kühlschrank. Sonnenlicht bleicht die Farbe und verändert den Geschmack.
Im Sortiment: Danish Navy, Danish Navy Strength, Bumbu XO, Don Papa Baroko, Don Papa Masskara, Demon's Share 3Y
Likör
Weitere SpirituosenEtikett
Eine eigene rechtliche Kategorie, kein misslungener Schnaps. Ein Likör ist deutlich gesüßt und deutlich schwächer als eine Spirituose, beides ist in der Europäischen Union durch Mindestwerte geregelt.
Deshalb steht auf einer Flasche mit 20 Prozent nicht Rum, sondern Likör, auch wenn Rum darin ist. Die Kategorie am Etikett ist keine Formsache: sie sagt Ihnen, was Sie im Glas erwartet, bevor Sie den ersten Schluck nehmen.
Im Sortiment: Caramel Cream, Santos Elixir, Avocado Cream, Pohača, Amaro del Nonno
Limousin-Eiche
RumFass
Französische Eiche aus der Region Limousin, traditionell das Holz des Cognac. Grobporiger als die amerikanische Weißeiche, dadurch durchlässiger und tanninreicher.
Im Rum sorgt sie für mehr Struktur und Trockenheit, für weniger Süße. Sie ist die seltenere Wahl und wird meist bewusst als Gegenpol zum Bourbonfass eingesetzt.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Ambre d'Or
London Dry Gin
GinEtikett
Keine Herkunftsangabe, sondern ein Herstellungsverfahren. London Dry darf sich ein Gin nennen, wenn alle Aromen beim Destillieren eingebracht werden und danach nichts mehr hinzukommt außer Wasser und allenfalls einer sehr geringen Menge Zucker. Färben ist nicht erlaubt.
Ein London Dry aus Kärnten ist damit kein Widerspruch. Der Begriff ist eines der wenigen belastbaren Signale auf einer Ginflasche, weil er nachträgliches Nachwürzen und Schönen ausschließt.
Ausführlich: Die Kategorien
Im Sortiment: East London Gin
Losnummer
Etikett
Eine Kennzeichnung, mit der sich eine Abfüllung zurückverfolgen lässt, oft als L mit Ziffern eingeprägt oder aufgedruckt. Sie ist vorgeschrieben.
Bei kleinen Manufakturen wird daraus gern ein Merkmal: Charge und Flaschennummer von Hand auf dem Etikett. Das ist zugleich der einzige verlässliche Weg, zwei Flaschen derselben Abfüllung als solche zu erkennen, was bei Single Barrel und Small Batch durchaus einen Unterschied macht.
Im Sortiment: Pohača
Maestro Ronero
RumHerstellung
Der Titel des Blendmeisters in lateinamerikanischen Rumhäusern, wörtlich der Rummeister. In anderen Ländern heißt dieselbe Rolle Master Blender.
Er entscheidet, wann ein Fass reif ist, welche Fässer zusammenkommen und wie stark abgefüllt wird. Bei einem geblendeten Rum ist er damit der eigentliche Autor: die Brennerei liefert die Zutaten, die Handschrift kommt von ihm.
Ausführlich: Blenden und Solera
Im Sortiment: Signature, Founders Reserve, Jeremy, Zacapa Negra
Maische
Herstellung
Die vergorene Flüssigkeit vor der Destillation. Beim Rum entsteht sie aus Melasse oder Zuckerrohrsaft und heißt deshalb auch Zuckerrohrwein.
Sie hat etwa vier bis zehn Prozent Alkohol, ungefähr so viel wie Bier, und schmeckt sauer. Alles, was danach passiert, kann nur noch herausholen und ordnen, was hier schon drin ist.
Ausführlich: Herstellung
Mazeration
GinHerstellung
Das Einlegen der Botanicals in den Alkohol vor dem Brennen, je nach Rezept für Stunden oder Tage. Danach wandert die ganze Mischung in die Blase.
Der Alkohol löst dabei viel heraus, auch schwere und bittere Anteile aus Wurzeln und Rinden. Das Ergebnis ist kräftig und dunkler im Ton. Für zarte Blüten ist das Verfahren zu grob, sie werden eher im Korb aufgehängt.
Ausführlich: Wie Gin entsteht
Melasse
RumHerstellung
Der zähe, dunkle Sirup, der bei der Zuckerherstellung übrig bleibt, nachdem der kristallisierbare Zucker aus dem Zuckerrohrsaft gewonnen wurde. Aus ihm entsteht die große Mehrheit aller Rums, rund 97 Prozent der Weltproduktion.
Melasse ist lagerfähig und lässt sich transportieren, frischer Zuckerrohrsaft nicht. Das ist der Grund, warum Melasserum überall gebrannt werden kann und Agricole an das Zuckerrohrfeld gebunden bleibt. Geschmacklich bringt Melasse die dunklen Noten mit, an die die meisten beim Wort Rum denken: Karamell, Toffee, Trockenfrüchte.
Ausführlich: Herkunft und Arten
Im Sortiment: Port Cask, Danish Navy, Danish Navy Strength, Kong Haakon, 175 Anniversary, Non+Ultra und 21 weitere
Mezcal
Weitere Spirituosen
Der große Bruder des Tequila, ebenfalls eine geschützte Herkunftsbezeichnung, aber mit weit mehr Freiheit: erlaubt sind zahlreiche Agavenarten, nicht nur die Blaue Weber-Agave.
Den Unterschied macht vor allem das Garen. Beim Mezcal geschieht es traditionell in Erdgruben über heißen Steinen, und von dort stammt die rauchige Note, die viele für den eigentlichen Mezcalgeschmack halten. Jeder Tequila ist im weiteren Sinn ein Mezcal, umgekehrt gilt das nicht.
Mindestalkoholgehalt
Etikett
Jede Spirituosenkategorie hat einen gesetzlich festgelegten Mindestwert. Rum, Gin und Wodka müssen in der Europäischen Union mindestens 37,5 Prozent haben, für Liköre gilt ein deutlich niedrigerer Wert.
Das ist der Grund, warum manches Erzeugnis nicht so heißen darf, wie man erwarten würde. Ein Cremelikör mit Rum ist kein Rum, ein Sloe Gin kein Gin. Nicht Willkür des Herstellers, sondern eine Grenze, die zu Ihren Gunsten gezogen ist.
Nase
Verkosten
Der Geruchseindruck, bevor der erste Schluck kommt. Der größte Teil dessen, was wir Geschmack nennen, entsteht in der Nase, nicht auf der Zunge.
Praktisch: das Glas nicht schwenken, das treibt bei 40 Prozent vor allem den Alkohol nach oben. Stattdessen mit leicht geöffnetem Mund riechen und dem Glas ein paar Minuten Zeit geben. Die ersten Eindrücke sind flüchtig, die interessanten kommen später.
Navy Strength
RumGinEtikett
Traditionell 57 Prozent, also der Punkt, an dem mit Alkohol getränktes Schießpulver noch zündet. Die Royal Navy soll ihre Rationen so geprüft haben, ob die Geschichte in dieser Form stimmt, ist umstritten.
Heute ist Navy Strength eine Stärkeangabe ohne rechtliche Bindung und wird ebenso auf Gin verwendet. Sie sagt etwas über die Wucht im Glas, nichts über die Herkunft.
Im Sortiment: Danish Navy, Danish Navy Strength
Neutralalkohol
GinHerstellungEtikett
Auf Etiketten steht dafür Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs. Gemeint ist ein bis zur Geruchsfreiheit rektifizierter Alkohol aus Getreide, Melasse, Trauben oder Kartoffeln.
Er ist die Grundlage jedes Gin. Weil er neutral ist, spielt der Rohstoff kaum eine Rolle, und deshalb wirbt fast niemand damit. Der Geschmack entsteht erst mit den Botanicals.
Ausführlich: Was Gin ist
New Western Gin
GinEtikett
Sammelbegriff für Gins, bei denen der Wacholder hinter Zitrus, Blüten oder Kräuter zurücktritt. Auch Contemporary Gin genannt.
Ein Rechtsbegriff ist das nicht, und die Grenze ist fließend: vorherrschend muss der Wacholder auch hier bleiben, sonst wäre es kein Gin. Für Einsteiger sind diese Gins oft der leichtere Zugang, für Freunde des klassischen Stils manchmal eine Enttäuschung.
Ausführlich: Die Kategorien
NOM
Weitere SpirituosenEtikett
Eine vierstellige Zahl auf jeder Tequilaflasche, kurz für Norma Oficial Mexicana. Sie bezeichnet nicht die Marke, sondern die Brennerei, in der abgefüllt wurde.
Das ist die einzige Angabe, mit der sich prüfen lässt, wer tatsächlich hinter einer Marke steht. Mehrere Marken mit derselben NOM kommen aus demselben Haus, was für sich genommen weder gut noch schlecht ist, aber die Geschichte auf dem Etikett gelegentlich in ein anderes Licht rückt.
Nosing-Glas
Verkosten
Ein bauchiges Glas mit verengtem Rand, das die Aromen sammelt und bündelt. Auch Tulpe oder Copita genannt. Der Tumbler ist bequem und für Longdrinks richtig, zum Verkosten verliert er zu viel nach oben.
Füllhöhe: der Boden bedeckt, mehr nicht. Wer zwei Rums vergleichen will, braucht zwei gleiche Gläser, sonst vergleicht er die Gläser mit.
Im Sortiment: A.H. Riise Glas
Old Tom Gin
GinEtikett
Ein historischer Stil aus dem 18. und 19. Jahrhundert: leicht gesüßter Gin, ursprünglich wohl, um die Unebenheiten der damaligen Brennkunst zu überdecken.
Heute ist Old Tom eine Stilbezeichnung ohne rechtliche Vorgabe. Jeder Hersteller legt selbst fest, wie viel Süße und welche Machart dahintersteht. In alten Cocktailrezepten ist er oft ausdrücklich gemeint, und mit einem trockenen London Dry an seiner Stelle schmeckt das Ergebnis anders als gedacht.
Ausführlich: Die Kategorien
Overproof
RumEtikett
Sammelbegriff für Rums deutlich über Trinkstärke, in der Praxis ab etwa 50 Prozent, oft 57, 63 oder 75 Prozent. Anders als Fassstärke sagt Overproof nichts darüber, ob verdünnt wurde: ein Overproof kann durchaus auf einen Zielwert eingestellt sein.
Der Name stammt aus der britischen Proof-Rechnung, nicht aus der Herstellung. Overproof gehört in den Cocktail und in kleine Mengen, pur ist er für die meisten unzugänglich.
Im Sortiment: Nativo Overproof
Oxidation
Verkosten
Eine angebrochene Flasche verändert sich, weil Luft im Spiel ist. Über Wochen fällt das kaum auf, über Monate und Jahre deutlich: die Aromen werden flacher, manchmal auch runder.
Entscheidend ist nicht die Zeit, sondern die Luftmenge. Eine halb leere Flasche altert schneller als eine volle. Wenn ein Rest lange halten soll, füllen Sie ihn in eine kleinere Flasche um. Das klingt umständlich und ist der einzige Trick, der wirklich hilft.
Perkolation und Dampfinfusion
GinHerstellung
Zwei Namen für dasselbe Verfahren: die Botanicals hängen in einem Korb über der Flüssigkeit, der aufsteigende Dampf zieht durch sie hindurch und nimmt die Aromen mit.
Der Auszug ist schonender als beim Einlegen, das Ergebnis heller, blumiger und feiner. Viele Brenner kombinieren beides: schwere Wurzeln in die Mazeration, Blüten und Zitrusschalen in den Korb. Das ist aufwendiger und einer der Punkte, an denen sich kleine Brennereien von großen Marken absetzen.
Ausführlich: Wie Gin entsteht
Pink Gin
GinEtikett
Keine Kategorie, sondern eine Farbe. Historisch war Pink Gin schlicht Gin mit ein paar Tropfen Angosturabitter, heute steckt hinter dem Begriff meist ein aromatisierter Gin mit Beeren oder ein Likör.
Der Unterschied ist im Glas deutlich: Likör bedeutet weniger Alkohol und spürbar mehr Zucker. Beides muss auf dem Etikett stehen, in der Kategorie und im Alkoholgehalt. Ein Blick darauf erspart die Überraschung.
Ausführlich: Die Kategorien
Pot Still
RumGinHerstellung
Die klassische Brennblase, die chargenweise arbeitet: befüllen, brennen, leeren. Sie trennt weniger scharf und lässt viele Begleitstoffe im Destillat.
Das Ergebnis ist schwerer, öliger und eigenwilliger. Rums mit hohem Pot-Still-Anteil sind die, die man auch im Cocktail noch heraushört. Bei Gin ist die Brennblase fast immer die Bauart der Wahl.
Ausführlich: Herstellung
Im Sortiment: Danish Navy, Danish Navy Strength, Plantation, Santos Elixir, Silent Pool Rose
Proof
Etikett
Eine alte Stärkeangabe, die es in zwei Fassungen gibt. In den Vereinigten Staaten ist Proof schlicht der doppelte Alkoholgehalt: 80 Proof sind 40 Prozent.
Die britische Rechnung ist älter und krumm, dort entsprachen 100 Proof rund 57 Prozent. Daher stammt der Begriff Overproof, und daher stammen die 57 Prozent der Navy Strength. Auf europäischen Etiketten steht immer der Prozentwert, Proof begegnet Ihnen nur auf importierten Flaschen.
Rancio
RumFassVerkosten
Eine Note, die erst nach vielen Jahren im Fass entsteht: nussig, pilzig, leicht ranzig im besten Sinn, mit einem Anklang an alte Ledermöbel. Der Begriff stammt aus dem Cognac.
Rancio lässt sich nicht herstellen und nicht abkürzen, deshalb gilt er als Zeichen echter Reife. Er ist zugleich der Punkt, an dem sich Geschmäcker scheiden: was der eine als vielschichtig beschreibt, findet der andere schlicht alt.
Ausführlich: Fassreifung
Rektifikation
Herstellung
Mehrfache Destillation bis zu sehr hoher Reinheit. Das Ergebnis ist ein nahezu geruchs- und geschmacksloser Alkohol.
Für Rum wäre das der Tod, dort soll ja etwas vom Ausgangsstoff übrig bleiben. Für Gin und Wodka ist es die Grundlage: erst der neutrale Alkohol, dann die Aromen. Das erklärt, warum bei Gin niemand über die Getreidesorte spricht und bei Rum ständig über die Melasse.
Ausführlich: Was Gin ist
Rhum Agricole
RumEtikett
Rum aus frischem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse, vor allem aus den französischen Überseegebieten. Für Martinique gibt es seit 1996 eine geschützte Herkunftsbezeichnung mit Vorgaben zu Anbau, Ernte, Gärung und Reifung.
Wer Agricole zum ersten Mal probiert, hält ihn oft für fehlerhaft. Er ist es nicht, er ist nur eine andere Spirituose: trockener, würziger, näher an der Pflanze. Ein guter Einstieg ist ein gereifter Agricole, nicht ein weißer.
Ausführlich: Herkunft und Arten
Rum Blanco
Rum
Der klare, weiße Rum, wie er nach dem Brennen und dem Herabsetzen auf Trinkstärke vorliegt. Manche sind ungereift, andere haben im Fass gelegen und wurden danach farblos filtriert.
Pur wirkt er meist scharf und unfertig, im Cocktail ist er unersetzlich, weil er die anderen Zutaten nicht zudeckt. Wer weißen Rum langweilig findet, hat vermutlich noch keinen guten Agricole blanc probiert.
Ausführlich: Herstellung
Rum Verschnitt und Inländer
RumEtikett
Kein gereifter Rum, sondern eine Mischung. Findige Apotheker haben sie im 19. Jahrhundert entwickelt, als Rum teuer und das Zuckerrohr weit weg war. Aroma und Farbe erinnern an Rum, die Grundlage ist es nicht.
Stammt eine solche Mischung aus Österreich, heißt sie Inländer Rum. Sie gehört in den Punsch und in den Kuchen, nicht ins Glas neben einen gereiften Rum. Wer beides verwechselt, hält Rum danach für etwas, das er nicht ist.
Ausführlich: Herkunft und Arten
Sherry Cask
RumFass
Ein Fass, in dem zuvor Sherry lag. Es bringt dunkle Früchte, Nuss und eine trockene Würze mit, je nach Sherryart von hell und salzig bis schwer und süß.
Ein Hinweis zur Einordnung: die meisten heutigen Sherryfässer wurden eigens für die Reifung von Spirituosen mit Sherry belegt, sie sind nicht jahrzehntelang in einer Bodega gelaufen. Das ist kein Mangel, nur ein Unterschied zu dem Bild, das der Begriff erzeugt.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Danish Navy, Danish Navy Strength, Christmas Rum, 175 Anniversary, Non+Ultra, Non+Ultra Black und 8 weitere
Single Barrel
RumFass
Abgefüllt aus einem einzigen Fass, ohne Vermählung mit anderen. Das Gegenstück zum Blend, bei dem der Blender Jahr für Jahr denselben Geschmack herstellt.
Ein Single Barrel schmeckt in jeder Charge etwas anders, weil kein Fass wie das andere reift. Viele Abfüllungen tragen deshalb Fassnummer und Flaschenzahl auf dem Etikett. Im Whisky ist der Begriff Single Cask gebräuchlicher, gemeint ist dasselbe.
Im Sortiment: Caramel Cream, Single Barrel, Port Cask, Danish Navy, Danish Navy Strength, Christmas Rum und 2 weitere
Sirup und alkoholfreie Alternativen
Weitere Spirituosen
Konzentrate aus Ingwer, Kräutern oder Früchten, die pur verdünnt oder als Zutat getrunken werden. Sie enthalten keinen oder fast keinen Alkohol.
Für den Gastgeber sind sie die einzige ehrliche Antwort auf die Frage nach etwas ohne Alkohol, die über Mineralwasser hinausgeht. Serviert wie ein Longdrink, mit viel Eis und einem guten Glas, sind sie kein Trostpreis.
Im Sortiment: Gimber 700ml
Sloe Gin
GinWeitere Spirituosen
Kein Gin im engeren Sinn, sondern ein Likör: Schlehen werden in Gin angesetzt und gezuckert. Schlehen sind die herben blauen Früchte des Schwarzdorns, sie brauchen Frost, bevor sie genießbar werden.
Das Ergebnis ist deutlich süßer und schwächer als Gin, dunkelrot und beerig. Rechtlich fällt Sloe Gin in die Likörkategorie, deshalb steht auf dem Etikett auch ein niedrigerer Alkoholgehalt.
Ausführlich: Die Kategorien
Im Sortiment: TINGIN
Small Batch
RumEtikett
Eine Abfüllung aus wenigen Fässern statt aus einem großen Bestand. Klingt nach Manufaktur und ist oft auch eine.
Nur: der Begriff ist nirgends festgelegt. Wie viele Fässer klein sind, entscheidet der Hersteller. Aussagekräftig wird er erst mit einer Zahl daneben, etwa der Chargennummer und der Anzahl der Flaschen. Steht die nicht da, ist Small Batch vor allem Werbung.
Im Sortiment: Non+Ultra La Galante, Jeremy XXXO, Santos Dumont, Pohača, Amaro del Nonno
Solera
RumHerstellungFass
Ein Reifeverfahren mit gestapelten Fässern. Abgefüllt wird aus der untersten Reihe, sie wird aus der Reihe darüber wieder aufgefüllt, und so weiter nach oben. Junger und alter Rum vermischen sich dadurch fortlaufend, ein Teil des ältesten Bestands bleibt immer im System.
Wichtig für das Etikett: die Zahl auf einer Solera nennt den ältesten Anteil, nicht den Durchschnitt und nicht das Mindestalter. In einem Solera mit 23 Jahren steckt auch deutlich jüngerer Rum. Das ist kein Etikettenschwindel, sondern die übliche Lesart bei diesem Verfahren, man sollte sie nur kennen.
Ausführlich: Blenden und Solera
Im Sortiment: Danish Navy, Danish Navy Strength, Non+Ultra, Non+Ultra Ambre d'Or, Non+Ultra La Galante, Non+Ultra Black und 8 weitere
Spiced Rum
RumEtikett
Rum, dem nach dem Brennen Gewürze zugesetzt wurden, typisch Vanille, Zimt, Nelke oder Orangenschale, meist mit etwas Zucker. Im Deutschen auch Gewürzrum.
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens ist Spiced Rum kein misslungener Rum, sondern eine eigene Gattung mit eigenem Zweck, vor allem im Longdrink. Zweitens verliert ein stark gesüßtes oder aromatisiertes Erzeugnis die rechtliche Bezeichnung Rum und heißt dann Spirituose. Ein Blick auf die Kategorie am Etikett lohnt sich.
Im Sortiment: Bumbu, Don Papa Masskara
Tequila
Weitere SpirituosenEtikett
Eine geschützte Herkunftsbezeichnung, kein Sammelbegriff. Tequila darf nur aus Mexiko kommen, aus festgelegten Gebieten rund um den Bundesstaat Jalisco, und nur aus Blauer Weber-Agave.
Die wichtigste Angabe auf der Flasche ist eine andere: steht dort 100 % de Agave, stammt der gesamte Zucker aus der Pflanze. Fehlt der Hinweis, handelt es sich um einen Mixto, bei dem ein Teil des Zuckers aus anderen Quellen stammen darf. Wer Tequila für ein Getränk hält, das man kippt und dann bereut, hatte höchstwahrscheinlich einen Mixto im Glas.
Im Sortiment: Padre Blanco, Padre Reposado, Padre Anejo
Terroir
RumHerstellung
Der Gedanke, dass Boden, Klima und Sorte im fertigen Getränk schmeckbar bleiben. Aus dem Wein entlehnt und beim Rum umstritten.
Beim Rhum Agricole aus frischem Zuckerrohrsaft ist der Zusammenhang gut nachvollziehbar: die Rohrsorte und der Standort wirken sich hörbar aufs Ergebnis aus. Bei Melasserum, wo die Melasse gehandelt und transportiert wird, ist er schwerer zu belegen. Wer dort mit Terroir wirbt, meint meist Hefe, Gärführung und Lagerklima.
Ausführlich: Herkunft und Arten
Toasting und Charring
RumFass
Zwei Arten, ein Fass vor dem Befüllen von innen zu behandeln. Beim Toasting wird das Holz langsam erhitzt, beim Charring die Innenfläche kurz ausgebrannt.
Toasting bringt Vanille, Karamell und Gewürz aus dem Holz nach vorne. Charring legt zusätzlich eine Kohleschicht an, die wie ein Filter wirkt und scharfe Noten wegnimmt. Bourbonfässer sind immer ausgebrannt, und weil der größte Teil des Rums darin reift, prägt diese Kohleschicht den Geschmack ganzer Kategorien mit.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Plantation, Zacapa Negra
Tonic Water
GinVerkosten
Kein Beiwerk, sondern die zweite Zutat. Ein Gin Tonic besteht zu drei Vierteln aus Tonic, seine Wahl entscheidet mindestens so viel wie die Flasche darunter.
Die Bitterkeit stammt vom Chinin. Neutrale, wenig gesüßte Tonics lassen einen vielschichtigen Gin durch, stark aromatisierte decken ihn zu. Als Ausgangspunkt eignen sich ein Teil Gin auf zwei bis drei Teile Tonic, viel Eis und ein großes Glas, damit nichts warm wird.
Ausführlich: Trinken
Im Sortiment: Bobby's Gin, Bobby's Gin, Bobby's Gin, Drunken Horse Gin, Drunken Horse, East London Gin und 8 weitere
Trinkstärke
HerstellungEtikett
Die Stärke, auf die eine Spirituose vor dem Abfüllen mit Wasser herabgesetzt wird, üblicherweise 40 bis 43 Prozent. Frisch gebrannt hat Rum deutlich mehr.
Rum und Gin müssen in der Europäischen Union mindestens 37,5 Prozent haben, sonst dürfen sie nicht so heißen. Herabgesetzt wird mit entmineralisiertem Wasser, damit keine Trübung entsteht.
Ausführlich: Herstellung
Im Sortiment: BENGIN, JADEGIN
Tropenreifung
RumFass
Reifung im warmen Klima. Wärme treibt die Flüssigkeit tiefer ins Holz und wieder heraus, der Austausch läuft schneller und der Verlust durch Verdunstung ist deutlich höher.
Ein Jahr in der Karibik entspricht damit grob mehreren Jahren in Europa, eine feste Umrechnung gibt es aber nicht. Deshalb ist die bloße Jahreszahl bei Rum weniger aussagekräftig als bei Whisky: entscheidend ist auch, wo das Fass stand.
Ausführlich: Fassreifung
Im Sortiment: Single Barrel, Non+Ultra, Signature, Founders Reserve, Bumbu, Bumbu XO und 7 weitere
Tumbler
Verkosten
Das gerade, breite Glas mit dickem Boden. Es liegt gut in der Hand, fasst viel Eis und ist für Longdrinks und Rum auf Eis genau richtig.
Zum Verkosten taugt es nicht: die weite Öffnung lässt die Aromen entweichen, statt sie zu sammeln. Dafür gibt es das Nosing-Glas.
Im Sortiment: Cubay 14, Cubay 18, Thumbler 6er
Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf
GinRumHerstellung
Beim Brennen läuft das Destillat nicht gleichmäßig. Zuerst kommt der Vorlauf, scharf und lösemittelartig, am Ende der Nachlauf, schwer und muffig. In die Flasche darf nur der Mittellauf, auch Herzstück genannt.
Wo genau der Brenner schneidet, ist keine Rechenaufgabe, sondern eine Geschmacksentscheidung. Wer früh abtrennt, bekommt ein sauberes, schlankes Destillat, wer später schneidet, mehr Körper und mehr Risiko. Zwei Brenner mit demselben Rezept und derselben Blase kommen deshalb zu zwei verschiedenen Ergebnissen.
Ausführlich: Wie Gin entsteht
Im Sortiment: Zacapa 23, Padre Blanco
Wacholder
GinEtikett
Die einzige verbindliche Zutat im Gin. Botanisch ist die Wacholderbeere keine Beere, sondern ein fleischiger Zapfen. Sie bringt die harzige, leicht pfeffrige Note mit, an der man Gin überhaupt erkennt.
Rechtlich muss der Wacholdergeschmack vorherrschend sein, sonst darf das Erzeugnis nicht Gin heißen. Wie stark er hervortritt, unterscheidet die Stilrichtungen: von wacholderbetont im London Dry bis zurückhaltend in neueren Auslegungen.
Ausführlich: Wacholder
Im Sortiment: Bobby's Gin, Bobby's Gin, Bobby's Gin, Drunken Horse Gin, Drunken Horse, East London Gin und 8 weitere
Wasser dazugeben
Verkosten
Ein paar Tropfen Wasser sind kein Frevel, sondern ein Werkzeug. Sie senken die Stärke, nehmen dem Alkohol die Schärfe und lassen Aromen frei, die vorher überdeckt waren.
Sinnvoll ist das vor allem oberhalb von etwa 45 Prozent. Tropfenweise vorgehen und nach jedem Schritt riechen: der Punkt, an dem sich ein Rum öffnet, ist deutlich zu merken, und er lässt sich nicht rückgängig machen.
Wermut
Weitere SpirituosenEtikett
Keine Spirituose, sondern ein aromatisierter Wein. Grundlage ist Wein, gewürzt vor allem mit Wermutkraut, dazu weitere Kräuter und Wurzeln.
Daraus folgt zweierlei. Erstens ist Wermut deutlich schwächer als alles andere im Regal. Zweitens hält eine angebrochene Flasche nicht ewig: sie gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Wochen leer werden. Ein halbes Jahr offen im Zimmer ist der häufigste Grund, warum jemand Wermut nicht mag.
Wodka
Weitere SpirituosenHerstellung
Bis zur Geruchsfreiheit rektifizierter Alkohol, mit Wasser auf Trinkstärke gebracht. Der Rohstoff darf Getreide, Kartoffel, Melasse oder anderes sein.
Genau das macht ihn zum Gegenentwurf des Rums: dort soll der Rohstoff schmeckbar bleiben, hier soll er verschwinden. Unterschiede gibt es trotzdem, sie liegen in der Zahl der Brenndurchgänge, in der Filterung und in der Textur am Gaumen. Wer Wodka pur trinkt, merkt sie, wer ihn mischt, meist nicht.
Im Sortiment: Crystal Head Aurora, Crystal Head Pride, Entbrannt Vodka
XO, VSOP und VO
RumEtikett
Buchstabenkürzel für Altersstufen. XO steht für Extra Old, VSOP für Very Superior Old Pale, VO für Very Old. Verbindlich geregelt sind sie in der fachverwandten Kategorie Cognac, für Rum sind sie es nicht: dort verwendet sie jeder Hersteller nach eigenem Ermessen.
Als Hausnummer gilt im Handel XO ab etwa fünfzehn Jahren. Garantiert ist das nicht, und die Spanne ist groß. Unsere zwölf XO-Rums reichen von rund zehn Jahren bis über zwanzig, alle zwölf tragen dasselbe Kürzel.
Was Sie stattdessen lesen sollten: eine ausgeschriebene Jahresangabe. Und bei einem Solera die Anmerkung, worauf sich die Zahl bezieht.
Ausführlich: Einteilung und Alter
Im Sortiment: Caramel Cream, Single Barrel, Port Cask, Kong Haakon, Ambre d'Or, Christmas Rum und 10 weitere
Zuckercouleur
RumEtikett
Karamellisierter Zucker als Farbstoff, in der Zutatenliste E 150a. Er färbt einen jungen Rum dunkel, ohne dass er länger im Fass gelegen hätte.
Damit fällt die einfachste Faustregel weg: dunkel gleich alt stimmt nicht. Farbe ist bei Rum kein Hinweis auf Reife, sondern eine Entscheidung im Marketing. Verlässlicher sind Altersangabe, Herkunft und der eigene Gaumen.
Ausführlich: Fassreifung
Zuckerrohrsaft
RumHerstellung
Der frisch gepresste Saft des Zuckerrohrs, die zweite mögliche Grundlage für Rum. Er muss innerhalb von Stunden verarbeitet werden, sonst gärt er oder verdirbt. Deshalb wird Rum aus Zuckerrohrsaft nur dort gebrannt, wo das Rohr wächst, und er macht nur rund drei Prozent der Weltproduktion aus.
Im Glas ist der Unterschied deutlich: grasige, pflanzliche, oft leicht scharfe Noten statt der dunklen Süße aus der Melasse.
Ausführlich: Herkunft und Arten
Im Sortiment: Centenario, Santos Dumont, Santos Heritage, Zacapa 23
Zuckerzusatz
RumEtikett
Viele Rums werden nach der Reifung nachgesüßt. Das rundet ab, verdeckt aber auch Kanten, und es macht junge Rums zugänglicher, als sie es von sich aus wären.
In der Europäischen Union ist ein begrenztes Nachsüßen zum Abrunden erlaubt und muss nicht auf dem Etikett stehen. Deshalb schmecken zwei Rums mit gleicher Altersangabe oft völlig verschieden süß. Wer wissen will, woran er ist, achtet auf den Nachgeschmack: eine klebrige Süße, die lange bleibt, kommt selten aus dem Fass.
Ausführlich: Blenden und Solera
Alles hier steht auch im Regal. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Flasche zu dem passt, was Sie gerade gelesen haben, fragen Sie einfach.